Hier verbringe ich gut und gerne die Hälfte meiner Arbeitszeit, wenn nicht sogar auch die Hälfte meines Lebens. Zumindest habe ich manchmal das Gefühl. Nun, ich bin keine Ärztin, dafür eine qualifizierte Fachkrankenschwester, die dafür sorgt, dass so eine OP reibungslos abläuft. Wer jetzt denkt, es ist wie bei Grey`s Anatomy, Nip / Tuck, Emergency Room oder so, der irrt. Ich gebe zu, dass ich ein Fan von Grey`s Anatomy bin und muss gestehen, dass die Serie der Realität schon ziemlich nahe kommt. Allerdings ist es nicht immer so dramatisch, wie es dargestellt wird. Und es ist eigentlich auch nicht so, dass die Chirurgen den Ton angeben. Das denkt der Laie nämlich. Tatsache ist, dass die stillen Organisatoren und eigentlich auch "Macher" die Fachpflegekräfte sind. Wer sich nun fragt, wer hinter diesem Begriff steht, den will ich es erklären. Ich versuche es, kurz und einfach zu halten.
Also, es gibt im Bereich OP - Pflege mittlerweile zwei Berufsgruppen:
1. Krankenschwestern und Krankenpfleger mit und ohne Fachweiterbildung, das heißt, es sind Menschen,
die eine dreijährige Ausbildung im Bereich Krankenpflege absolviert haben und im OP arbeiten.
Fachweiterbildung heißt nichts anderes, dass diese Leute während ihrer Tätigkeit im OP nich eine
zweijährige, berufsbegleitende, spezielle Weiterbildung absolvieren.
2. OTA - Operationstechnische Assistenten, sie machen eine dreijährige Ausbildung, die sich von Anfang an
nur auf die Arbeit im OP konzentriert. Sie erledigen während ihrer Ausbildung und auch danach alle
Aufgaben, die auch eine Fachkrankenschwester / - pfleger ausführt.
Ok, das dazu.... Und was machen diese Leute nun den ganzen Tag so? Nein, sie wischen nicht nur kontinuierlich dem Chirurgen die Stirn ab und sie trinken auch nicht den ganzen Tag Kaffee oder so. Es ist wesentlich anspruchsvoller. Eine voll ausgebildete Kraft, hat z.T. genauso viel Fachwissen, wie eine Assistenzarzt. Sie kennen jeden einzelnen Schritt, der bei den einzelnen unterschiedlichen OPs angewendet wird.
Sie kümmern sich um die Patienten, sorgen dafür, dass immer alle Instrumente, die für die jeweiligen Eingriffe benötigt werden, vollständig sind und bereiten diese auch vor.
Natürlich gibt es noch tausend weitere Dinge, mit denen wir uns herumschlagen müssen. Zum Beispiel die Launen der Chirurgen, wirtschaftliche Engpässe, Budgetkürzungen usw.
Allerdings ist es nicht immer so toternst und wie Anfangs berichtet auch nicht so dramatisch, dass es kontinuierlich um Leben und Tot geht. Es geht sehr oft lustig zu. Es werden Witze erzählt. Man unterhält sich über ganz alltägliche, sowie banale Dinge, wie Wochenendausflüge, Urlaub, Politik, Filme, Musik usw... Musik ist übrigens ein gutes Stichwort. In meiner Klinik ist es Standard, dass in den OPs Musik gehört wird. Viele denken jetzt vielleicht "Oh Gott"... Aber es ist nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Es ist eher entspannend.
Die Beste Zeit ist eigentlich immer der Nachtdienst. Auch wenn es einem manchmal den Schlaf und den Nerv raubt, ist es dennoch mein liebster Dienst. Man arbeitet im kleinen Team, was unheimlich entspannend ist, denn hier kann man im Prinzip machen, was man will. Es ist niemand da, der einem Vorschriften macht und in der Organisation dazwischen funkt.
So, mehr langweilige Dinge werde ich nicht erzählen... Ich werde allerdings hin und wieder mal ein paar lustige Geschichten bloggen... Zumindest versuche ich das.